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Kinderkantorei




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Musik mit Kindern

Warum wird so hoch gesungen?

Babys kommen mit einem großen Stimmumfang auf die Welt, wie uns ihr energisches Quietschen oder zufriedenes Brabbeln zeigt. Die Kinderstimme ist außerordentlich flexibel und passt sich den Gegebenheiten an. Ihre "gute Lage" ist jedoch, da alles kleiner an einem Kind als bei einem Erwachsenen ist, deutlich höher als bei Erwachsenen.

Wenn sich Erwachsene über einen Kinderwagen beugen, säuseln sie automatisch in

den höchsten Höhen, was genau dieser Differenz unbewusst gerecht wird.

Viele Neueinsteiger empfinden die Tonlage, in der ich singe als zu hoch.
Unsere gewohnte Sprechstimme liegt in ihrer Tonhöhe deutlich unter unserer Singstimme. Viele von uns sind in dieser Singstimme ungeübt. Die dafür benötigten Muskeln sind untrainiert und es bereitet ihnen Mühe, in dieser Höhe zu singen.

Aufgrund ihres großen Umfangs sind Kinder sehr anpassungsfähig, und Kindergartenkinder grölen gerne mit den Erwachsenen um die Wette,

was nicht selten Stimmschäden bis ins Erwachsenenalter nach sich zieht.

Die Wichtigkeit des Singens in der richten Tonlage sollen folgende

Zitate aus dem Buch "Handbuch der Kinderstimmbildung" von Andreas Mohr

noch einmal unterstreichen:

" ... Gesamtumfang der Kinder Kinderstimme: kleines g bis ca. c4
gute Lage der Säuglinge bis Kleinkinder g1 - c2 ..."

" ... Bei den ersten Singversuchen sollte nun ebenfalls eine große Bereitschaft vorhanden sein, das kindliche Experimentieren zu dulden, ja zu fördern. Dazu gehört auch und gerade das Singendürfen in höherer Lage, da höhere Stimmbereiche sich nur durch kontinuierliches Training entwickeln, durch Nichtbenützen jedoch verkümmern. ..."

" ... Das singende Umfeld spielt dabei eine wichtige Rolle. Bleibt ein Kind mit seinen Singerfahrungen ständig allein, so bildet sich das Zusammenwirken von Gehör, Gehirn und Stimmfaltentätigkeit nur ungenügend aus. ..."

Im Hinblick auf Fernsehen und Kasperletheater schreibt er:
" ... Nicht, dass Kinder mit ihrer Stimme nicht laut sein dürften. Aber bei diesen Praktiken ist Lautstärke über alle Maß hinaus das einzige Kriterium, das zählt. ... Lärmen mit der Stimme gilt als besonderes Zeichen kindlichen Wohlbefindens. ..."

" ... Schließlich sind es häufig auch Erwachsene, die - gut gemeint - mit den Kindern in einer Lage singen, in der sie selbst zwar keine Schwierigkeiten haben, die Kinder aber nur dank der phänomenalen Anpassungsfähigkeit der Stimmorgane mithalten können. ..."

" ... Aus den genannten Gründen haben die meisten Kinder, wenn sie mit sechs bis sieben Jahren in die Schule kommen (...) bereits mehr oder minder große Schwierigkeiten beim Singen. Ich sage hier bewusst "bereits" und nicht "noch", weil sich die Singanlage eigentlich nahtlos aus der Säuglingsstimme entwickeln könnte, würde dies nicht vielfältig durch das soziale Umfeld verhindert. P.-M. Fischer geißelt zu Recht die in den Kindergärten und Grundschulen häufig praktizierte Methode, die Kinder konsequent nur im Tonbereich c1 bis c2 singen zu lassen, und rückt auch die noch richtigerweise bestehende Warnung vor der tiefen Oktave f bis f1 zurecht. ..."


Meiner Erfahrung nach wird in der letztgenannten Oktave nur zu häufig gesungen.

(Anm. Nagel)

Meine Empfehlung

Zum Wohle der Stimme Ihrer Kinder, wäre es prima, wenn Sie mit mir und auch zu Hause die Lieder in hoher Lage singen. Gehen Sie es vorsichtig an und singen Sie sehr leise, um ein Gefühl dafür zu bekommen. Sie können auch einmal folgendes zu Hause "im stillen Kämmerlein" ausprobieren:
Stellen Sie sich Ihr Lieblingsgericht vor, reiben sich über den Bauch und sagen sich mit "mmmh", in einer leisen, hohen Tonlage, wie gut es Ihnen geschmeckt hat. Sie werden
hier das Gefühl haben, dass Ihre Stimme im Kopf ist. Mit diesem Gefühl können Sie nun versuchen ein Liedchen ganz leise in einer hohen Lage zu singen.

Einsatz von CDs

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